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und jetzt...Stefanie

Jahrelang haben Michaels Gedanken...

..uns Anregungen, Mut und Hoffnung gebracht, uns aber auch zum Nachdenken angeregt. Sein plötzlicher Tod hinterlässt Trauer, aber es wäre nicht Michael gewesen, wenn er nicht auch hier bereits vorgesorgt hätte. Mit Stefanie Seidensticker aus Paderborn gibt er sein Gedankengut zusammen mit Stefanies Gedanken an uns weiter. Es war Michaels Wille, den Freundeskreis weiter mit "und jetzt" zu begleiten und Stefanies Wunsch, Michaels Erbe hier weiter zu führen.

So freuen wir uns auf die neuen gedanklichen Impulse und geben die Seite weiter an Stefanie.

Und jetzt...Stefanie

Alles hat seinen Preis. Wo gibt es schon etwas umsonst?
Wer tut schon etwas umsonst?

Unsere menschlichen Bedürfnisse nach Anerkennung und Einfluss.
Einen Dienst übernehmen, um meiner Selbstwillen, weil es mir gut tut,
weil ich es selber brauche, weil ich auf diese Weise etwas zu sagen habe.

Wer möchte wichtig sein? Eine tragende Rolle übernehmen?
Wen sollen alle kennen und achten? Wer will oder soll der Größte sein?

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes würden sich mit diesen Fragen sicher angesprochen fühlen.
Das Evangelium des heutigen Sonntags passt zu menschlichen Begegnungen.

35 Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
36 Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
37 Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen!
38 Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
39 Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
40 Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.
41 Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
42 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.      Mk 10,35-45

Da haben die beiden Jünger einen Wunsch mit der Erwartung, dass dieser erfüllt wird.
Klingt ziemlich egoistisch und selbstsicher, oder?
Jesus lässt sich darauf ein. Er möchte wissen, was die Jünger von ihm erbitten.

Es ist nicht irgendeine Kleinigkeit. Nein!
Jakobus und Johannes wollen sich den besten Platz im Himmelreich sichern.
Aus ihrer Sicht eine nicht ganz unverständliche und unerklärliche Bitte, die sie da an Jesus richten.
Schließlich waren sie oft ganz nah bei ihm. Ihnen wurden Dinge offenbar die zuvor niemand gesehen hat.
Damals auf dem Berg Tabor, als Jesu Kleider ganz weiß wurden - da war dieses Strahlen- dieses helle licht.
Sie sind eng mit Jesus verbunden- WegGefährten - und so wollen sie auch neben ihm sitzen, einen Ehrenplatz haben.
"Einfach in den Himmel kommen“ - das reicht ihnen nicht. Jesus weist ihre Bitte nicht zurück, denn ihm ist klar, dass die Jünger nicht wissen, worum sie ihn bitten, worum es eigentlich geht.
Wollen sie wirklich den gleichen Leidensweg gehen, wie Jesus?
Er hinterfragt die Bitte von Jakobus und Johannes ohne ihnen Vorhaltungen zu machen.
Er hinterfragt die Tragweite ihrer Bitte, denn es liegt nicht in seiner Hand.
„Wer dort sitzen wird, das ist von Gott bestimmt.“

Ist nicht auch für uns ganz nachvollziehbar, dieser Wunsch, diese Bitte der Jünger?
Wer möchte nicht gewürdigt werden für seinen Dienst - besonders dann, wenn man sich
angestrengt hat - alles gegeben hat. Anerkennung und Ehre finden - ganz menschlich.
Wie sehr sind wir, so wie die anderen Jünger Jesu, verärgert, wenn sich Andere in den Vordergrund drängen, uns zeigen wollen das sie besser sind in ihrem Tun und besondere Anerkennung verdient haben.

Es geht nicht nur um das eigene Fortkommen bemüht zu sein,
sondern die gemeinsame Sache im Blick zu behalten.

Es geht nicht nur darum der Erste sein zu wollen, sondern auch mal von sich selbst abzusehen.

Es geht vielmehr um Klarheit - zu „dienen“, dort wo ich stehe, dort wo ich meinen Platz habe.
„Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein - wer der Erste sein will, mache sich selbst zum Diener.“

Wem das gelingt, der sitzt „heute hier und morgen dort“ auf dem richtigen Platz.
Betrachten wir mit Nachsicht und einem „Augen zwinkern“, wenn es unserem Nächsten so geht, wie Jakobus und Johannes. „Bei uns muss es nicht so sein!“ ... .
Die Letzten werden die Ersten sein :-)

Einen gesegneten Weg durch diese Woche.

Stefanie